Leinen los – auf zu neuen Ufern: Rente als Übergang in eine neue Freiheit

Ein hölzernes Ruderboot liegt an einem kleinen Steg auf klarem, ruhigem Wasser. Die Spiegelung des Boots ist im Wasser sichtbar. Unten rechts befindet sich das MEET CAMPUS Logo mit geometrischem Design.

Übergang in die Rente aktiv gestalten

Der letzte Arbeitstag ist vorbei.
Vielleicht wurde gefeiert, gratuliert, angestoßen.
Und nun?

Die Rente beginnt – ein Lebensabschnitt, auf den viele lange hingearbeitet haben. Endlich mehr Zeit, mehr Freiheit, weniger Termine. Gleichzeitig tauchen oft unerwartete Gefühle auf: Unsicherheit, Leere, innere Unruhe, Enttäuschung, Perspektivlosigkeit, vielleicht Trauer… und dazu jede Menge Fragen.

Wenn du dich gerade in dieser Mischung aus Vorfreude und Zweifel wiederfindest, dann darfst du kurz aufatmen: Das ist völlig normal.
Der Übergang vom Berufsleben in die Rente ist kein Schalter, den man einfach umlegt. Es ist eine Orientierungsphase – ein Übergang in eine neue Lebensphase, deren Gestaltung Zeit braucht. Dieser Zeitaufwand lohnt sich – denn vielleicht bildet er die Grundlage für die kommenden drei oder vier Jahrzehnte?!

„Ich freue mich – aber was kommt jetzt?“

Mit dem Ende des Berufslebens fällt Vieles weg, was jahrelang Struktur gegeben hat: feste Zeiten, klare Rollen, Anerkennung durch Leistung, soziale Kontakte im Arbeitsalltag. Gleichzeitig entsteht etwas Neues – vor allem Zeit. Zeit, die nicht mehr fremdbestimmt ist.

Mit dem Renteneintritt fehlen beispielsweise:

  • Arbeits- und Tagesrhythmus und feste Aufgaben
  • Kollegiale Kontakte und das „Wir“ im Team
  • Anerkennungsrituale, auch wenn sie oft an Leistung und Funktion geknüpft sind
  • Gesteuerte Bildungs- und Lernprozesse
  • Verlässliche Perspektiven und Routinen beruflich und im privaten Alltag
  • … dir fällt noch mehr ein?

Das kann sich zunächst ungewohnt anfühlen. Viele beschreiben die Phase des Renteneintritts als ein inneres Sortieren:

  • Was tut mir gut?
  • Was fehlt mir?
  • Was möchte ich bewusst loslassen – und was neu beginnen?
  • Wer bin ich – ohne meinen Beruf?
  • Wer braucht mich, für wen bin ich einzigartig und unersetzlich?
  • Wohin führt mich die neu gewonnene Freiheit?

Kennst du diese oder ähnliche Fragen?

Sie zeigen: Du bist neugierig auf neue Gestaltungsräume und offen für Veränderung! Und genau das ist eine wunderbare Ausgangslage für neue Perspektiven und Energie! Oder um Verschüttetes oder „altes Glück“ wieder neu zu entdecken und endlich beleben zu können.

Lass dich abholen, von den neuen Möglichkeiten (ver)führen und spüre der Frage nach: „Wie möchte ich jetzt leben?“

Perspektivwechsel: Rente als Chance zur Neuausrichtung

Statt die Rente als „Nach-dem-Beruf“ zu sehen, kann sie auch ein „Hin-zu-mir“ sein.
Eine Einladung, die eigenen Werte, Interessen und Stärken neu zu entdecken – oder wieder aufzugreifen.

Nutze Deinen Übergang, um bewusst hinzuschauen:

  • Werte: Was ist mir wirklich wichtig (Gemeinschaft, Natur, Lernen, Kreativität, Verantwortung, Familie, Gesundheit und Wohlbefinden …)?
  • Interessen: Wofür brenne ich? Was wollte ich „immer schon mal“ vertiefen?
  • Stärken: Worin bin ich verlässlich gut – fachlich und menschlich?
  • Sinn: Wobei oder wann spüre ich, gebraucht zu werden?  Was schenkt mir das Gefühl, einzigartig und wertvoll zu sein?
  • Wohlbefinden: Was tut mir gut – körperlich, mental, sozial?
  • Träume: Was habe ich immer wieder auf diese Lebensphase verschoben? Wovon träume ich (immer noch)?
  • Aktiv werden:  Was möchte ich beitragen – wo – für wen?
  • Zeitliche Perspektive: wenn nicht jetzt – wann dann?

Viele Menschen spüren genau hier den Wunsch, aktiv zu bleiben und etwas zu bewirken – ohne Leistungsdruck, aber mit Herz und Verstand.

Nun öffnen sich vielfältige Zeit- oder Gestaltungsräume, die dem Leben neuen Schwung geben können – vorausgesetzt sie passen zu den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Träumen:

  • Gestaltungsspielraum und freie Zeiteinteilung
  • Raum für eigene Werte, Interessen, Stärken, Talente, Bedürfnisse
  • Spielräume und Chancen für neue soziale Kontexte und sinnstiftendes Tun
  • neue Formen der Wertschätzung – orientiert an den persönlichen Bedürfnissen
  • Individuelles Lernen durch und in selbst gewählten Aktivitäten, an selbst gewählten Lernorten, selbstbestimmt und selbstorganisiert
  • Zeit für sportliche Aktivitäten in der Natur, zu Hause oder an anderen Orten
  • Zeit für Begegnungen, die Vertiefung von Freundschaften, für neue Kontakte
  • Zeit für Kultur und Kreativität
  • Zeit für spirituelle Erfahrungen und Kraftquellen
  • … was möchtest du für dich noch ergänzen?

Die nachberufliche Phase ist eine wichtige Orientierungsetappe für die kommenden Jahrzehnte.

Tipp: In einer Übergangsphase ist es hilfreich, bewusst klein anzufangen: 1–2 neue Gewohnheiten pro Woche, z. B. ein fixer Bewegungstermin, ein Anruf bei einer Freundin/einem Freund, ein Besuch in der Bibliothek, ein Ehrenamtsschnuppertermin.

Die perfekte Brücke in die neue Lebensphase: freiwilliges Engagement

Ein Ehrenamt kann in dieser Lebensphase unglaublich viel geben:

  • Sinn und Wertschätzung
  • Soziale Kontakte und neue Begegnungen
  • Struktur, ohne einzuengen
  • Das gute Gefühl, gebraucht zu werden
  • Lebendigkeit durch neue Herausforderungen

Und wichtig: Freiwilliges Engagement ist heute so vielfältig wie das Leben selbst.
Ob regelmäßig oder flexibel, mit Menschen oder eher im Hintergrund, lokal oder digital, einmalig oder langfristig – es gibt niedrigschwellige und anspruchsvolle Angebote für ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Du triffst deine Entscheidung in aller Freiheit!

Deine Lebenserfahrung, deine Fähigkeiten und dein Blick auf die Welt sind ein Schatz!

Formen des freiwilligen Engagements (Auswahl)

  • Menschenbezogen: Lesepaten, Besuchsdienste, Mentoring, Nachbarschaftshilfe, Sprachcafés, Patenschaften an Lebensübergängen, Hausaufgaben- & Sprachhilfe
  • Gesundheit & Bewegung: Sportvereine, Reha‑Begleitung, Bewegungsgruppen, Pilgerangebote, Waldbaden, Wandergruppen, Radfahren, Sturzprophylaxe
  • Kultur & Bildung: Museumsführungen, Bibliotheksarbeit, Theater, Chor, Band
  • Umwelt & Natur: Naturschutzgruppen, Urban Gardening, Repair‑Cafés, Sharingangebote (Food-, Car-, Geräte-Sharing), Wald- und Bachputzete
  • Organisation & Struktur: Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, Eventorganisation, Projektorganisation, Programm- und Finanzmanagement, Leitungsfunktionen
  • Flexible Projektarbeit: Zeitlich begrenzte Aktionen, Kampagnen, Festivals
  • Einsätze in Projekten auf anderen Kontinenten: im medizinischen oder sozialen Bereich, als Handwerker*in, im Projektmanagement

Laut einer Studie der Körber Stiftung von 2024[1]gehen in den nächsten Jahren fünf Millionen Menschen mehr in Rente, als in den Arbeitsmarkt eintreten – ein Wandel, der Herausforderungen mit sich bringt, aber auch eine riesige Chance: Die Kommunen, Kirchen, Vereine und weitere Organisationen brauchen Menschen wie dich!

Dein Wissen, deine Zeit, deine Lust, etwas zu bewirken – sei es im Umwelt- und Naturschutz, in der Nachbarschaftshilfe, im Sport oder im sozialen Bereich.

Aber nicht für alle ist der Weg ins Freiwilligenengagement die passende Perspektive: Manche „Babyboomer“ verspüren einen gesellschaftlichen Druck, sich solidarisch, mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen im Freiwilligenengagement oder Ehrenamt, in einem Freiwilligendienst (BFD 27+) oder in betrieblichen Bereichen einzubringen. Hinzu kommen Aufgaben in der Pflege- oder Familienarbeit wie die regelmäßige verbindliche Betreuung zu pflegender Eltern, die Begleitung der Enkelkinder oder Besuche in der unmittelbaren Nachbarschaft. Seit Jahren ist in den Industriestaaten aufgrund des demografischen Wandels ein Perspektivenwechsel vom Ruhestand zum produktiven Altern angesagt. Manche „Ruheständler*innen“ wünschen jedoch zuerst einmal Ruhe!

Unsere Angebote wollen Dich dabei unterstützen, Deinen persönlichen Kompass zu finden: zwischen den schönen Abenteuern im Alltag (wie z. B. Reisen, Wellness), den Anforderungen zur Selbstfürsorge, zum Erhalt der körperlichen und mentalen Gesundheit (active aging) sowie dem Einsatz für das Gemeinwohl. Dazu findest du ein Webinar auf dem MEET CAMPUS: Den Übergang vom Berufsleben in die aktive Freitätigkeit managen​ – MEET CAMPUS, Fragebogen zur Selbstreflexion und ein Sommerseminar am Breitenauer See: Leinen los – auf zu neuen Ufern! – die 3. Lebensphase aktiv ansteuern und gestalten! – MEET CAMPUS

Lass dich also nicht aus der Ruhe bringen – finde deinen inneren Kompass!

Und: Wenn es für dich passt: Mach mit! Leinen los – zu neuen Ufern! 

[1] Lothar Dittmer, „Engagiert euch, Boomer! – Das Potential der Älteren für unsere Kommunen“, Körber-Stiftung, Sept. 2024


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Den Übergang vom Berufsleben in die aktive Freitätigkeit managen​

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Selbstlernkurs

Der Kurs startet mit einem Impulsvortrag in 4 Teilen. Danach gibt es 16 Arbeitsschritte zum selbstständigen Ausfüllen und Reflektieren. Als Abschluss gibt es eine Geschichte.

Details & Buchung
Leinen los – auf zu neuen Ufern! – die 3. Lebensphase aktiv ansteuern und gestalten!

10. Juli 2026 – 12. Juli 2026
12:00 – 12:00 Uhr
74245 Löwenstein

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Fachbereich Senioren der Diözese Rottenburg-Stuttgart und dem Landesseniorenrat Baden-Württemberg Dritte Lebensphase gestalten – …

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